Frühgeborenen Retinopathie

Sie befinden sich hier:

Frühgeborenen - Retinopathie

Durch die Fortschritte der neonatologischen Intensivmedizin überleben immer früher geborene Kinder mit immer niedrigerem Geburtsgewicht. Zum Zeitpunkt einer frühen Geburt ist die Netzhaut der Augen noch nicht vollständig entwickelt. Durch die im Rahmen der frühen Geburt auftretenden Umstellungen ist eine Entwicklungsstörung möglich, die bis zur beidseitigen Erblindung führen kann.

Eine frühzeitige Entdeckung von Veränderungen kann durch eine adäquate Behandlung (Kryo- oder Laserkoagulation) der unterentwickelten Netzhaut in vielen Fällen eine schwere Störung des Sehens vermeiden. Daher ist eine Screening-Untersuchung für alle Frühgeborenen unter 1500 g Geburtsgewicht sowie größeren schwerkranken Kindern sinnvoll. Eine möglicherweise gefährliches Stadium der Frühgeborenenretinopathie (Stadium 3) entwickeln ca 15% dieser Kinder, aber nur ca 6% der Kinder müssen behandelt werden.

In Zusammenarbeit mit der Kinderklinik des UKBF sowie anderen Kinderklinken in Berlin wurde ein Screening-Programm für Frühgeborenenretinopathie aufgebaut. Seit 1991 wurden mehr als 600 Kinder untersucht. Die dabei erhobenen Daten bezüglich des normalen Krankheitsverlaufs sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Einschlußkriterien in ein Screening-Programm wurden publiziert. Wesentliches Ergebnis ist, daß die Inzidenz der Frühgeborenenretinopathie offenbar für alle Industriestaaten der westlichen Welt ähnlich ist. Besonders kleine oder schwerstkranke Kinder haben das höchste Risiko für die Entwicklung eine schweren Frühgeborenenretinopathie. Durch den Einsatz von indirekter Laserkoagulation anstelle der früher angewandten Kryokoagulation ist eine schonendere Behandlung der Augen möglich, weitere Vorteile der Laserkoagulation werden zur Zeit untersucht.