Erkrankungen der Hornhaut und Transplantationen der Hornhaut

Die Hornhaut ist gewissermaßen die Windschutzscheibe des Auges. Nur wenn sie gleichmäßig gekrümmt und klar ist, entsteht auf der Netzhaut ein klarer Seheindruck.

Treten hingegen Hornhauttrübungen auf, kommt es zu einer herabgesetzten Sehschärfe – bis hin zur Erblindungsgefahr. Hier ist manchmal eine Hornhauttransplantation notwendig. Für diese Fälle arbeitet die Augenklinik erfolgreich  mit der Hornhautbank Berlin der Charité zusammen.

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Die Hornhaut – und Hornhauterkrankungen

Die Hornhaut setzt sich aus 5 Schichten zusammen. Die Oberfläche ist von einem mehrschichtigen, nicht verhornenden Plattenepithel überkleidet, welches sich erneuern kann, so daß auch kleinere Wunden (=Erosio) narbenlos verschlossen werden können. Die letzte Schicht dieser Zellen sitzt auf einer Basalmembran und ist mit dieser fest verbunden. Darunter folgt das Stroma, das  aus regelmäßig geschichteten Kollagenfasern besteht und schließt zur Vorderkammer mit der Descemet-Membran ab. Auf ihr sitzt ein einschichtiges Endothel. Die Zellen des Endothels sind nicht regenerationsfähig, d.h. sie können nicht neu gebildet werden. Durch ihre Pumpfunktion sorgen sie dafür, daß das das Hornhautgewebe nicht quillt und so klar bleibt. 

Hornhauttrübungen können verschiedene Ursachen haben und führen meist zu einer herabgesetzten Sehschärfe, in manchen Fällen zu Schmerzen. Ursachen sind:

  • Infektionen und Geschwüre (Ulcera). Risikofaktoren für Entzündungen sind immer Kontaktlinsen oder Vorschädigungen der Hornhaut, die Eingangspforten für Keime darstellen.
  • Augenverletzungen mit nachfolgender Narbenbildung und eventueller Gefäßeinsprossung (Vaskularisation)
  • Degenerativen Hornhauterkrankungen (z.B. Fuchs`sche Dystrophie).
  • Formveränderungen des Auges (z.B. Keratokonus)

In diesen Fällen ist oft nicht mehr mit einem Anstieg des Sehvermögens zu rechnen. Die Sehkraft kann sich weiter verschlechtern, es können Schmerzen auftreten oder bereits bestehende Schmerzen sich verschlimmern. Eine Hornhautübertragung (Keratoplastik) kann dann indiziert sein. Hat die Hornhaut sich so weit verdünnt, dass ein Loch entstehen könnte oder zu entstehen droht, so dass Bakterien ins Augeninnere eindringen, kann eventuell sogar eine Notoperation erforderlich werden.

Jährlich werden an der Universitätsaugenklinik Charité, Standort CVK, über 250 Hornhauttransplantationen durchgeführt. Darüber hinaus werden auch andere gängige Formen der Hornhautchirurgie (s.u.) angeboten. Die Sprechstunde dient der Diagnostik und Behandlung von Hornhauterkrankungen sowie der Nachsorge von hornhauttransplantierten Patienten.

Eine Hornhauttransplantation ist für viele Patienten die einzige Chance, nicht für immer zu erblinden. Bei der durchgreifenden Keratoplastik wird die erkrankte Hornhaut des Empfängers durch eine Spenderhornhaut ersetzt. Diese Spenderhornhaut stammt von einem verstorbenen Hornhautspender. Bei der vorderen lamellären Keratoplastik (DALK) wird nur die mittlere und oberste Hornhautschicht übertragen. Sie kann nur bei oberflächlichen Trübungen angewendet werden. Die hintere lamelläre Keratoplastik (DMEK/DSAEK) kann bei Störungen der Innenschicht (Endothel) sinnvoll sein. Kleinere lokalisierte Eintrübungen können eventuell durch das Rotieren der eigenen Hornhaut in einen weniger störenden peripheren Bereich verschoben werden.

Hornhautbank der Charité
In der Hornhautbank Berlin der Universitätsgewebebank der Charité hat die Augenklinik einen kompetenten und leistungsstarken Partner. Somit ist eine Versorgung unserer Keratoplastikpatienten mit Hornhauttransplantaten kurzfristig und ohne lange Wartezeiten möglich. Patienten mit dringlichen Indikationen und Notfalle können jederzeit hornhauttransplantiert werden.

Operationsspektrum:

  • Perforierende Keratoplastik
  • Vordere und hintere lamelläre Hornhauttransplantationschirurgie
  • Korneoskleroplastiken
  • Korneale Crosslinkingbehandlungen bei Keratokonus und Keratektasie
  • Refraktive Hornhautlaserchirurgie (Femto-LASIK, LASEK, PRK)
  • Phototherapeutische Keratektomie
  • Amnionmembrantransplantation
  • Intracorneale Ringsegmente
  • Hornhauttätowierung
  • Hornhautprothesen