DMEK

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DMEK (=Descemet membrane endothelial keratoplasty)

DMEK "descemet membrane endothelial keratoplasty": Transplantation der isolierten Descemetmembran an der Augenklinik der Charité – eine Erfolgsgeschichte !

Die DMEK ist das geeignete Verfahren für Erkrankungen des Hornhautendothels. Das Hornhautendothel besteht aus einer Einzellschicht polygonaler Zellen, deren Zahl im Laufe des Lebens abnimmt. Da Endothelzellen nicht proliferieren, führen Endothelerkrankungen und -schädigungen zu irreversiblen Funktionsstörungen. Überschreitet der Endothelzellverlust ein gewisses Maß, vermindert sich die Hornhauttransparenz als Folge eines interstitiellen Hornhautödems. Kommt es hierbei auch zu einem Epithelödem leiden die Patienten zusätzlich zur Sehverschlechterung häufig an starken Schmerzen.

Insbesondere die lamellären Transplantationstechniken sind bei diesen Erkrankungen besonders erfolgreich, so dass seit Ende der 90er Jahre verschiedene Operationsmethoden zum Endothelersatz entwickelt und klinisch etabliert wurden. Die neuste Operationstechnik ist die sog. "descemet membrane endothelial keratoplasty" (DMEK). Bei dieser von Gerrit Melles 2006 im niederländischen Rotterdam eingeführten Operationstechnik wird isoliert nur die Descemetmembran mit Endothelzellen transplantiert. Somit handelt es sich bei der DMEK um eine Weiterentwicklung der "Descemet stripping automated endothelial keratoplasty" DSAEK, bei der das Transplantat nicht nur aus Descemetmembran und Endothelzellen besteht, sondern auch aus Anteilen des hinteren Hornhautstromas.

Indikation

Die Indikationen für eine DMEK sind sämtlichen Formen von endothelialen
Hornhauterkrankungen, vorwiegend die Fuchs´schen Endotheldystrophie
sowie die bullöse Keratopathie.

Soweit die Empfangerhornhaut keine irreversiblen stromalen Trübungen aufweist, kann von einer guten Visusprognose ausgegangen werden. Dies bedeutet, dass die DMEK durchgeführt werden sollte, wenn die Sehscharfe als Ausdruck einer moderaten Stromatrübung noch relativ gut ist (im Bereich von etwa 0,5), um eine gutes funktionelles Ergebnis durch die isolierte Descemetmebrantransplantation zu erreichen.

Die Operation ist bei Patienten mit Katarakt auch als Triple-Operation möglich. Dazu wird zunächst die Kataraktoperation in gängiger Weise durchgeführt. Im zweiten Schritt erfolgt über denselben Zugang die DMEK.
Diese Operationsverfahren bieten sich bei ca. 40% der Patienten an, die unter einem isolierten Endothelschaden leiden, wie z. B. bei Fuchs-Hornhautendotheldystrophie,  pseudophaker bullöser Keratopathie oder einer Keratopathie bei Pseudoexfoliationssyndrom leiden.
Der Vorteil gegenüber der perforierenden Keratoplastik liegt in der Vermeidung von Oberflächenproblemen und Hornhautverkrümmung, sowie in der schnelleren Rehabilitation des Patienten nach dem Eingriff. Welches Verfahren bei Ihnen am besten zur Anwendung kommt wird im Rahmen der Voruntersuchungen geplant.

Komplikationsmöglichkeiten

Komplikationen sind insgesamt sehr selten. Da die eingebrachte Spender-Descemetmembran nicht angenäht wird, kann es zu einer Ablösung (=Dislokation) des Gewebes kommen. Durch eine erneute Injektion von Luft in die Vorderkammer kann die Dislokation rückgängig gemacht werden. Das Risiko für eine solche Ablösung liegt in unserer Klinik unter 25%.