Keratoplasik

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Hornhauttransplantation (=Keratoplastik)

Eine Hornhauttransplantation kann heute auf verschiedenem Wege erfolgen.
Man unterscheidet zwischen einer vollen Gewebstransplantation (einer perforierenden Keratoplastik) und einer  Transplantation von nur Gewebsteilen (einer lammellären Transplantation).

Bei der perforierenden Keratoplastik wird das gesamte Hornhautgewebe transplantiert. Dabei wird eine alle Hornhautschichten umfassende Spenderhornhautscheibe  mit einem Durchmesser zwischen 7 und 9 mm konzentrisch in ein Empfängerbett entsprechender Größe mit 2 fortlaufenden Nähten transplantiert. Hierzu verwenden wir zwei Trepansysteme, die eine sehr genaue Schnittführung ermöglichen.
Der Trepan nach Barron ist ein Einmal-Schneidesystem, das mittels leichten Unterdrucks am Auge fixiert wird. Beim geführten Trepan nach  Krumeich (GTS) erhält man Schnittränder von sehr hoher Qualität. Allerdings ist man mit dem Durchmesser der Hornhaut sehr festgelegt, da nur ein Durchmesser pro Komplettgerät möglich ist. Die Fäden müssen in der Regel bis zu einem Jahr in der Hornhaut verbleiben, da die Wundheilung extrem langsam verläuft. Nach der Keratoplastik muß das Auge engmaschig sowohl vom Haus-Augenarzt wie auch in der Augenklinik der Charité nachuntersucht werden. Bei einigen Patienten ist eine medikamentöse Unterdrückung der körpereigenen Abwehr notwendig.
Die Haupt-Komplikationsmöglichkeiten der perforierenden Keratoplastik sind ein Astigmatismus und eine Abstoßungsreaktion des transplantierten Hornhautgewebes. Da die Hornhaut frei von Blut- und Lymphgefäßen ist, spricht man auch oft von dem "immunologischen Privileg". Anders als bei durchbluteten Organen wie Leber oder Herz kommt es hier nur sehr selten (weniger als 5%) zu einer Abstoßungsreaktion durch das Immunsystem. Waren aber bereits schon Gefäße in die Empfängerhornhaut eingewandert, so erhöht sich das Abstoßungsrisiko deutlich. Man spricht dann von Hochrisiko-Keratoplastiken. Um das Abstoßungsrisiko zu verringern, können typisierte, dass heißt an das Gewebe des Empfängers angepasste Transplantate verwendet werden. Dafür werden vor der Operation beim Empfänger die Gewebetypen mit Hilfe einer Blutprobe bestimmt (=HLA-Typisierung). Unsere Hornhautbank kann solches HLA-typisiertes Gewebe zur Verfügung stellen.

In vielen Fällen reicht es aus, dass nur die erkrankte Gewebsschicht transplantiert wird. Dieses Verfahren nennt man lamelläre Keratoplastik. Sie hat den Vorteil, dass nur erkrankte Hornhautschichten entfernt werden und somit das gesunde Gewebe des Patienten erhalten bleibt.
Wir führen an der Charité DSAEK, DMEK und DALK durch.
Bei der DSAEK (=Descemet stripping and automated endothelial keratoplasty) und DMEK (=Descemet membrane endothelial keratoplasty) werden die inneren Schichten der Hornhaut ersetzt. Zu den inneren Schichten gehören die Descemetmembran und die darauf befindlichen Endothelzellen.