Tumoren der Bindehaut

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Tumoren der Bindehaut

Gutartige (benigne) und bösartige (malige) Gewebsveränderungen ausgehend von der Bindehaut des Auges.  Die Augen-Bindehaut (Konjunktiva) ist eine dünne durchsichtige, mit Blutgefäßen durchzogene Schleimhautschicht auf der Oberfläche der Lederhaut und an der Innenseite der Ober- und Unterlider.

Symptome

Bindehauttumoren werden meist zuerst aufgrund ihres Erscheinungsbildes entdeckt. Diese Läsionen können als pigmentierte, lachsfarbene, weißlich-glasige, matte (stumpfe) oder gefäßversorgte (vaskularisierte) Knoten bzw. Areale auffällig werden. Im weiteren kann es auch zu wiederkehrenden Bindehautentzündungen kommen, die sich unter Behandlung nur unzureichend bessern.

Als gutartige (benigne) Bindehauttumoren kommen unter anderem der Bindehautnävus, die Melanosis oculi, das Flügelfell (Pterygium), das Pingueculum und das Bindehautpapillom in Betracht.

Die wichtigsten bösartigen (malignen) Tumoren der Bindehaut, die bei einer Diagnostik möglichst frühzeitig ausgeschlossen werden sollten, sind das Bindehautmelanom, das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) und das Lymphom.

 

Diagnostik

Anhand des klinischen Bildes lässt sich die Diagnose, insbesondere bei Übergängen einer Präkanzerose zum Karzinom, nicht immer sicher stellen. Daher ist die Diagnosesicherung durch eine ambulante Biopsie von wesentlicher Bedeutung für die Entscheidung über die weitere Behandlung.

Bindehautmelanom

Definition

Das Bindehautmelanom ist ein sehr seltener bösartiger Bindehauttumor mit hoher Rezidiv- und Metastasierungsrate. Die jährliche Inzidenz hat eine steigende Tendenz in der weißen Bevölkerung und beträgt etwa 0,1 Erkrankte pro 100.000 Einwohner.

 

Symptome

Typischerweise zeigt die Bindehaut beim Bindehautmelanom diffus-pigmentierte, unscharf-begrenzte knotige Veränderungen. Als Malignom-verdächtig ist eine verstärkte Blutversorgung durch ein Gefäß („feeder-vessel“) oder Gefäßnetz. Eine Sonderform dieses Malignoms stellt das amelanotische Bindehautmelanom dar, das nicht die typisch dunkle Pigmentierung aufweist.

 

Ursachen

Während das Bindehautmelanom meist aus einer erworbenen Pigmentierung (Melanosis) entsteht, kann es in selteneren Fällen völlig neu (de novo) oder aus einem Bindehautnävus entstehen.

 

Therapie

Die Behandlung des Bindehautmelanoms erfordert aufgrund der hohen Rezidiv- und Metastasierungsrate eine umfangreiche Entfernung (Exzision) mit ausreichend Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe. Im Anschluss an die Exzision erfolgt meist eine begleitenden Chemotherapie und Bestrahlung.  Während die vollständige Entfernung des erkrankten Gewebes die höchste Priorität besitzt, ist der Funktionserhalt ein zentraler Aspekt der Behandlung. In diesem Zusammenhang haben wir uns auf die erhaltende, rekonstruktive Chirurgie spezialisiert und arbeiten im Rahmen des Stagings und der Verlaufskontrollen mit angrenzenden Fachdisziplinen eng zusammen.

Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) der Bindehaut

Definition

Das Plattenepithelkarzinom ist ein seltener bösartiger Bindehauttumor mit einer jährlichen Inzidenz von etwa 2 Erkrankten pro 100.000 Einwohner.

 

Symptome

Typischerweise zeigt die Bindehaut atypische Dysplasien zu verhornendem Plattenepithel welche zum Plattenepithelkarzinom werden. Die Bindehaut erscheint weiß/gräulich, gelegentlich auch glasig, mit einer Epithelverdickung und unregelmäßig- stumpfer Oberfläche.

 

Ursachen

Häufig entwickelt sich das Plattenepithelkarzinom aus einer bereits atypisch veränderten Bindehaut (Dysplasie), eher selten vollig neu (de novo). Bekannte Risikofaktoren sind UV-Exposition, Immunsupressiva, HPV-Viren und Rauchen. Aufgrund dieser Risikofaktoren besteht nach erfolgreicher Behandlung dennoch ein relativ hohes Rezidivrisiko des Patienten, ggf. auch an anderer Stelle, fort.

 

Therapie

Trotz des potentiellen Rezidiv- und Metastasierungsrisiko ist die Prognose bei vollständiger Entfernung gut und die Metastasierung eher selten; somit steht bei der Behandlung die umfangreiche Entfernung (Exzision) mit ausreichend Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe im Mittelpunkt. Im Anschluss an die Exzision kann eine begleitenden (lokale) Chemotherapie und Bestrahlung erfolgen. Zum Funktionserhalt der Lider und des Auges haben wir uns auf die erhaltende, rekonstruktive Chirurgie spezialisiert. In diesem Zusammenhang können u.a. durch Bindehaut- und Schleimhaut-Transplantationen sehr gute Ergebnisse erreicht werden. Im Rahmen des Stagings und der Verlaufskontrollen arbeiten wir eng angrenzenden Fachdisziplinen zusammen.

Bindehautlymphom

Definition

Das Bindehautlymphom ist ein sehr seltener bösartiger Bindehauttumor mit einer jährlichen Inzidenz, mit steigender Tendenz, von etwa 0,4 Erkrankten pro 100.000 Einwohner.

 

Symptome

Typischerweise zeigt sich die Veränderung mit einer schmerzlosen, lachsfarbenen, leicht erhabenen Läsion an der Bindehaut des Unterlides.

 

Ursachen

Während sich das Bindehautlymphom primär (z.B. auf Grundlage einer chronischen Entzündung) entwickeln kann, ist auch eine sekundäre Manifestation (auf Grundlage eines systemischen Lymphoms) möglich. Aus diesem Grund ist eine internistische Abklärung in jedem Fall angeraten.

 

Therapie

Die Behandlung des Bindehautlymphoms besteht in erster Linie in der Klärung eines systemischen Behandlungsbedarfs. Im Rahmen des Stagings und der Behandlung ist daher die Zusammenarbeit mit angrenzenden Fachdisziplinen essentiell. Nach bioptischer Diagnosesicherung liegt daher die Behandlung meist in den Händen der spezialisierten Hämatologie/Onkologie. Eine Entfernung (Exzision) der erkrankten Läsion mit Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe ist meist nicht zielführend. Vielmehr ist die weitere Behandlung mittels lokaler Bestrahlung, Chemotherapie oder moderner Biologica, je nach Fall, anzudenken. Insgesamt ist die Prognose des Bindehautlymphoms gut.